Was wir vorhaben

Aktuell:
Wir sind sprachlos: Gemeinderat und Verwaltung stellen abstrakte Baulinienarchitektur über das Bewohnerwohl

Am 20.12.2018 stimmte der Gemeinderat Kirchzarten über unseren Antrag nach Drehung und Streckung des Baufensters 1660 ab. Mit dem Antrag sollte ermöglicht werden, dem mit Abstand unruhigsten und unattraktivsten Baugrundstück eine halbwegs sinnvolle Bauausrichtung zu geben. Eine solche Änderung wäre die konsequente Umsetzung der Vorgaben in der Begründung des Bebauungsplans des Gemeinde gewesen und hätte eine Ausrichtung aller Wohnungen zum beruhigten Innenhof ermöglicht. Ganz sowie die Gemeinde es im B-Plan selbst vorgesehen hat.

Einer Mehrheit im Gemeinderat (9 zu 5 Stimmen) war jedoch eine „wohl durchdachte Bauliniengeometrie“ wichtiger, die allenfalls aus der Hubschrauberperspektive zu sehen wäre, als das Wohl von zukünftigen BewohnerInnen, die ja ohnehin „nur“ Sozialmieter sind.

Lediglich Einzelstimmen aus Grünen, SPD und CDU – allesamt übrigens Frauen – stellten sich eindrücklich hinter uns. Vielen Dank dafür. Mehr zu unserem Antrag unter Aktuelles.
Besonders perfide war dabei die Vorlage der Verwaltung, die unser Anliegen zusammen mit dem Antrag eines anderen Bauherren abstimmen liess, der das Baufenster nicht geändert sondern vergrössert haben wollte. Auf diese Weise sollte das Argument Plausibilität erhalten, dass bei einem Nachgeben, dann alle Bauherren ankämen. Dies wäre bei einer Vergrösserung sicher der Fall, in unserem Falle definitiv nicht, da wir sehr spezielle Einzelgründe anführen können.

Ob wir nach dieser herben Entäuschung noch einmal Energie finden werden um im alten Baufenster zu bauen, obgleich eine Änderung soviel sinnvoller und zugleich in jeglicher Hinsicht niemand etwas gekostet hätte ist fraglich.
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Das Wohnprojekt Ein-Zwei-Dreisam möchte ein attraktives gemeinschaftliches, bezahlbares, dezentrales und selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen. Hierzu hat sich eine GmbH gegründet, in dem neben dem Hausverein einwweidreisam e.V. das Mietshäusersyndikat GmbH Gesellschafterin wird. Das Mietshäusersyndikat hat ein bewährtes und erfolgreiches Modell entworfen um sozialen Wohnungsbau, der von vielen Kommunen nicht mehr ausreichend betrieben wird, auch unter heutigen Bedingungen zu realisieren. Der Wohnraum wird dadurch dauerhaft privaten Gewinninteressen entzogen und bleibt dem Gemeinwesen als sozialer Wohnraum erhalten.[1] Die GMBH erwirbt das Grundstück von der Gemeinde, lässt das Haus kostengünstig und ökologisch bauen und verwaltet es unter Einbezug der BewohnerInnen. Die Finanzierung erfolgt über die Förderung der L-Bank mit günstigen Darlehen für geförderten Sozialmietwohnungsbau, privaten Direktkredikten, sowie gegebenenfalls mit einem Bankdarlehen der Sparkasse.

Integration

Eine Flüchtlingsfamilie bzw. einzelne Flüchtlinge evtl. in einer WG sowie etwa 3 bis 5 „einheimische“ Familien sowie zwei bis drei Singlehaushalte leben in eigenen Wohnungen in einem gemeinsamen Haus.

Gemeinschaftlichkeit und Partizipation

Das Haus wird nach dem Prinzip der gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung selbstverwaltet. Der Hof bzw. Garten sowie ein Gemeinschaftsraum mit Küche im EG bieten Raum für Begegnung und gemeinsame Aktivitäten.

Sozialbindung

Die Satzung des Hauses sowie die Einbindung in das Mietshäusersyndikat garantieren die dauerhafte Abwesenheit privater Gewinninteressen am Wohnraum. Alle BewohnerInnen zahlen Miete und bekommen bei Auszug keinerlei Entschädigung. Die Mieten decken den Erwerb (Tilgung und Zinsen der Kredite) Bau und Erhalt. Die Höhe der Mieten soll 7,50 Euro kalt pro qm² nicht überschreiten, ist aber bei ca. 6,50 geplant.

Haus

Das Haus das wir bauen ist ein Einpunkthaus auf 3 Etagen plus Attica mit 10 Wohneinheiten und einem Gemeinschaftsraum. Gesamtwohnfläche ist 660 m² mindestens im ökologischen Standard KFW 55(ENEV).

Stand des Projektes:

Der Kauf des Grundstücks ist derzeit zurückgestellt. Siehe Aktuelles

Hier die Präsentation des Hauses mit den Zeichnungen unseres Architekten.<a